„Segensreiche Schule wieder auf den Weg bringen“

Der Bildungsausschuss des Bayrischen Landtags verschiebt die Entscheidung über die Petition der Sudbury Schule Ammersee erneut, zeigt sich aber prinzipiell offen.

 

Mit viel Spannung hatten die Vertreter der Sudbury Schule Ammersee die Entscheidung des Bildungsausschusses zu ihrer Petition erwartet – und erneut hat der Ausschuss die Entscheidung verschoben. Aufgrund der Komplexität des Falls und der stark auseinandergehenden Meinungen wollten die Mitglieder kein abschließendes Urteil fällen. Nun soll doch die Entscheidung des Verwaltungsgerichts am 2.Juli abgewartet werden; der Ausschuss wird sich anschließend, in seiner Sitzung am 5.7.2018, ein weiteres Mal mit Sudbury beschäftigen.

Sämtliche Parteien gaben sich prinzipiell offen. „Wir sollten schauen, wie man möglicherweise einen Weg gestalten kann“, formulierte Professor Gerhard Waschler (CSU), der stellvertretende Ausschussvorsitzende.  Der Vorsitzende Martin Güll (SPD) sprach die Bitte aus, dass „wir uns zusammensetzen und eine Lösung suchen, wie man diese Schule weiter am Start halten kann“, und  Thomas Gehring (Die Grünen) sagte: „Wir sollten alle das Interesse haben, dass diese Schule, die ja in anderen Bundesländern funktioniert und die für viele Schüler ein Segen ist, wieder auf den Weg gebracht wird.“

 

Inhaltlich kamen viele der Kritikpunkte zur Sprache, die die Sudbury-Vertreter in ihrer Petition erhoben hatten: 

  • Den Sachbearbeitern mangle es an Kompetenz und Sachkenntnis über ein international bewährtes Schulkonzept.
  • Die Regierung habe die (positiven) Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung ignoriert.
  • Die Vertreter der Schulaufsicht hätten sich bei ihrer Inspektion grenzüberschreitend verhalten.
  • Die Schule sei ausschließlich nach Kriterien der Regelschulen begutachtet, das spezielle Konzept nicht berücksichtigt worden. 

 

Laut schriftlicher Stellungnahme der Regierung, die dem Ausschuss vorlag, sei dagegen alles rechtmäßig verlaufen. Sudbury-Sprecherin Monika Diop-Wernz widersprach vehement und fasste zusammen: „Es braucht eine andere Haltung und Sichtweise auf das Lernen, als von Anfang an zu sagen, so eine Art von Schule kann nicht funktionieren!“

Martin Güll verwies auf die Stellungnahme eines Schuldirektors, der aufgrund zweier Besuche und intensiver Gespräche mit Schülern, Lehrern und Gründern der Sudbury Schule zu ganz anderen Ergebnissen als die Regierung von Oberbayern gekommen sei. Die Erkenntnis des Schuldirektors: „Hier wird intensiv gelernt, auch in Bezug auf die Bildungsstandards.“

Thomas Gehring warf die Frage auf, ob die bayrische Schulaufsicht dem Konzept der Sudbury-Schule gerecht geworden sei und stellte in Frage, ob zwei zweistündige Schulbesuche ausreichend seien, um ein fundiertes Urteil fällen zu können. Im Gegensatz dazu habe die Wissenschaftlerin Sabine van Lück 15 Wochen an der Schule verbracht und sei zu dem Schluss gekommen, dass Bildungsstandards erreicht wurden.

Die Schulvertreter sehen den weiteren Geschehnissen durchaus mit Zuversicht entgegen. Monika Diop-Wernz betont: „Für uns steht außer Frage, dass wir alle Auflagen erfüllt und im Einklang mit den Gesetzen gehandelt haben. Das werden wir auch vor Gericht darlegen.“

Nach wie vor warten zahlreiche Schüler auf die Wiedereröffnung ihrer Schule  - und würden sofort zurückkommen.

 

Pressekontakt

 

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