Pressemitteilung „Entscheidung wäre dringend notwendig!“

Der Bildungsausschuss des Bayrischen Landtags verschiebt die Entscheidung über die Petition erneut.

 

Erneut stand die Petition der Sudbury Schule Ammersee an diesem Donnerstag auf der Tagesordnung des Bildungsausschusses – und wieder hat der Ausschuss die Entscheidung verschoben. Eine Vertreterin des Kultusministeriums hatte die Verschiebung empfohlen, da die Schule aktuell ein Berufungsverfahren gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts anstrebe. Es sei sinnvoll abzuwarten, ob dieses Erfolg habe. Gegen die Stimmen der Grünen und der FDP verlegte der Ausschuss die Entscheidung nun auf den 10.September.

Insbesondere Gabriele Triebel von den Grünen war nicht damit einverstanden. Sie betonte, dass man die menschliche Seite nicht außer Acht lassen dürfe. Hier würden sich Menschen seit Jahren intensiv engagieren. Es dürfe nicht sein, dass sie immer wieder hingehalten würden. Man solle doch jetzt nach einer Lösung suchen, damit die Schule wieder eröffnen könne.

Nachdem Unklarheiten aufkamen, ob denn der Ausschuss überhaupt unabhängig vom juristische Verfahren entscheiden dürfe, sorgte Brigitta Junker, Leiterin des Büros des Bildungsausschusses, für Rechtssicherheit: Es bestehe juristisch keine Notwendigkeit, den Verlauf des Gerichtsverfahrens abzuwarten. 

Die Vertreter der Sudbury Schule setzen sich mittlerweile seit zweieinhalb Jahren für die Wiedereröffnung ihrer Schule ein. Auch im Gerichtsverfahren wurden die Fristen regelmäßig ausgereizt. So fand die Hauptverhandlung erst  zwei Jahren nach Schulschließung statt, auf das schriftliche Urteil musste man erneut fünf Monate warten. Sprecherin Simone Kosog sagt: „Es muss allen Vertretern klar sein, dass es einer kleinen Initiative wie uns das Genick brechen kann, wenn sie immer wieder hingehalten wird. Eine Entscheidung wäre dringend notwendig!“ Seit Schulschließung finanziere sich die Schule ausschließlich durch Spenden, was eine große Herausforderung sei. Leidtragende seien im Zweifel die Kinder.

Gelebte Demokratie, Toleranz und Miteinander

Kosog betont: „Gerade in der heutigen Zeit sind Schulen wie die Sudbury Schule Ammersee wichtiger denn je: Hier üben sich die Schüler täglich ganz praktisch in Demokratie. Sudbury-Schulen stehen für Toleranz und Miteinander, mal abgesehen davon, dass hier dem Lernen keinerlei Grenze gesetzt wird. Das geht weit über die bloße Wissensaneignung hinaus.“

In ihrer Petition fordern die Sudbury-Vertreter die Wiedereröffnung der Sudbury Schule Ammersee und erheben schwere Vorwürfe gegen die Regierung von Oberbayern: 

  • Den Sachbearbeitern mangle es an Kompetenz und Sachkenntnis über ein international bewährtes Schulkonzept.
  • Die Regierung habe die (positiven) Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung ignoriert.
  • Die Vertreter der Schulaufsicht hätten sich bei ihrer Inspektion grenzüberschreitend verhalten.
  • Die Schule sei ausschließlich nach Kriterien der Regelschulen begutachtet, das spezielle Konzept nicht berücksichtigt worden. 

 

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