Sudbury Schüler geben alles für ihre Schule – In den Ferien!

Vertreter des Kultusministeriums nimmt Schulranzen entgegen

So mancher Schüler in Bayern wird traurig sein, wenn er nach sechs Wochen Ferien wieder in die Schule muss. Schule ist für viele eben Pflicht und keine Freude. Die Schüler von der Sudbury Schule Ammersee dagegen protestieren sogar in den Ferien dafür, wieder in die Schule gehen zu dürfen. In ihre Schule!

Die Sudbury Schule Ammersee, die erste demokratische Schule Bayerns, die alle Altersklassen unter einem Dach vereint, ist eine besondere Schule. An der Sudbury Schule Ammersee entscheiden die Schüler selbst, was und wie sie lernen und sie treffen alle relevanten Entscheidungen bezüglich der Schule gleichberechtigt mit den Mitarbeitern. Demokratie wird hier nicht unterrichtet, sondern gelebt. 

Nach dem es in der Regierung von Oberbayern einen Sachbearbeiterwechsel gab, fingen verstärkt Konflikte mit der Behörde an. Daraufhin wurde die Schule im Juli 2016 geschlossen. Bis zuletzt hofften Schüler, Eltern, Mitarbeiter und Sympathisanten auf eine Einigung mit dem Ministerium. Doch die wollten keine Sudbury Schule und forderten wesentliche Veränderungen des Konzeptes.  Sie sahen formale Kriterien nicht erfüllt und denken, dass an der Sudbury Schule nicht genug gelernt würde.  Dagegen protestierten heute am Kultusministerium die Schulgemeinschaft und Eltern zusammen mit der Landtagsabgeordneten Isabell Zacharias und den Kabarettisten Max Uthoff, so wie Vertreter der Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und des Forums Bildungspolitik. 

Aus Protest wurden von ihnen am Montag, am letzten Ferientag, Schulranzen an das Kultusministerium genagelt, denn die brauchen die Sudbury Schüler nicht mehr. Einige sind in andere Bundesländer umgezogen, andere haben sich der Schulpflicht verweigert oder sind in Alternativschulen untergekommen.
In jedem Schulranzen befindet sich ein persönlicher Brief der Familie oder der Schüler. Nach der Protestaktion zogen die Schüler, Lehrer und Eltern weiter, um ihre Schulranzen bei Entscheidungsträgern abzugeben und auf Einladung von Unterstützerin Isabell Zacharias (SPD) im Landtag das weitere Vorgehen zu besprechen. 

Auch Vertreter anderer demokratischer Schulgründungsinitiativen aus Bayern waren anwesend. Die Initiativen aus Augsburg, München, Ingolstadt, Nürnberg und Regensburg fürchten die Ablehnung oder haben sie wie die Freie Demokratische Schule Franken schon erhalten. Dabei gibt es zahlreiche erfolgreiche demokratische Schulen in Deutschland und der Welt. Die demokratische Schule „Summerhill“ aus England ist wahrscheinlich sogar die berühmteste Schule der Welt. Sie hat sich ebenfalls mehrfach gegen ihre Schließung durch die Behörden wehren müssen. Ob die Sudbury Ammersee ebenso erfolgreich sein wird, hängt vom Gerichtsverfahren ab, das im November am Verwaltungsgericht München beginnt. 

Im Anschluss daran zog die Schulgemeinschaft zur Regierung von Oberbayern und die Eltern übergaben der Verantwortlichen Frau Braese einen Schulranzen und einen emotionalen Brief der Familien.
Frau Braese empfahl den Schülerinnen und Schülern, die seit einem Jahr nicht mehr zur Schule gehen, staatliche Schulen zu besuchen. Sie verstehe das Problem, allerdings seien staatliche Schulen ausreichend für alle Kinder. Dafür, dass die jungen Menschen bereits viele Versuche, auf Regelschulen zu gehen, hinter sich hatten, zeigte Frau Braese kein Verständnis. 

Im anschließenden Gespräch im Landtag besprachen Frau Zacharias (SPD), Prof. Dr. Piazolo (FW) und Herr Gehring (Grün) mit der Schulgemeinschaft Anträge und Anfragen im Landtag und das weitere politische Vorgehen. 

„Wir werden nicht aufgeben. Ich bin mir sicher, dass es auch in Bayern irgendwann demokratische Schulen geben wird! Das Schlimme ist, dass die Schüler und Schülerinnen jetzt dringend eine solche Schule brauchen und Familien in Not sind.“ zieht Simone Kosog, Mitglied des Vorstandes der Sudbury Ammersee, das Fazit des Aktionstages. 

Wer die Sudbury Schule Ammersee unterstützen will, kann dies besonders durch eine Spende tun: Spendenkonto: Stadtsparkasse München IBAN: DE12 7015 0000 0037 1083 70 BIC: SSKM DE MM 

 

 

Vertreter des Kultusministeriums nimmt Schulranzen entgegen! 

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