Bildungsausschuss verschiebt Entscheidung über Sudbury-Petition

Pressemitteilung 9.2.2018

 

Die Petition, in der die Sudbury Schule Ammersee eine Wiedereröffnung ihrer Schule sowie entscheidende Änderungen bei der Schulaufsicht fordert, hat gestern im Bildungsausschuss des Bayrischen Landtags nur wenige Minuten eingenommen. Der Vorsitzende des Ausschusses, Martin Güll (SPD), schlug vor, den Antrag zu verschieben, da dem Ausschuss noch entscheidende Informationen seitens der Regierung fehlten. Die Regierung habe um Fristverlängerung für die einzureichenden Unterlagen bis zum 30.05.2018 gebeten. Dieser Bitte ist der Ausschuss allerdings nicht nachgekommen.
Güll nannte stattdessen als alternativen Termin den 12.April, da es der Schule ja um eine Wiedereröffnung zum Schuljahresbeginn 2018/19 gehe und somit rechtzeitig entschieden werden müsse. Die Petition soll an diesem Tag auch unabhängig davon behandelt werden, ob der Gerichtsprozess dann bereits entschieden ist.
Die Vertreter der Sudbury Schule hatten Klage gegen die Regierung von Oberbayern wegen unrechtmäßiger Schließung der Schule erhoben. Das Hauptsacheverfahren soll Anfang dieses Jahres vor dem Verwaltungsgericht München stattfinden.
Der Ausschuss folgte dem Vorschlag des Vorsitzenden Güll.

Sudbury-Sprecherin Monika Diop-Wernz begrüßt den Beschluss des Ausschusses, so rechtzeitig zu verhandeln, dass die Schule bei einem positiven Ausgang zum nächsten Schuljahr wieder eröffnen könnte.
Diop-Wernz betont: „Je länger sich das Verfahren hinzieht, desto schwieriger wird es für uns, finanziell zu überleben und natürlich braucht es auch Zeit und Energie einen Neustart vorzubereiten. Worüber wir bei all dem aber unglaublich froh sind, ist, dass wir immer noch eine lebendige Schulgemeinschaft haben. Viele Schüler vermissen ihre Schule sehr und würden sofort wiederkommen.“

Irritiert zeigten sich die Sudbury-Vertreter von der Bitte der Regierung um Fristverlängerung bis Ende Mai. Monika Diop-Wernz sagt: „Man fragt sich schon, welche Gründe dahinterstecken und ob die Entscheidung nicht bewusst hinausgezögert werden soll.“

In ihrer Petition fordern die Sudbury-Vertreter nicht nur die Wiedereröffnung ihrer Schule, sondern erheben zudem schwere Vorwürfe gegen die Bayrische Verwaltungsbehörde:


Sachbearbeitern mangle es an Kompetenz und Sachkenntnis über ein international bewährtes Schulkonzept.

  • Die Regierung habe die (positiven) Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung ignoriert; ihre Entscheidung stünde im eklatanten Widerspruch zu den Aussagen zahlreicher Wissenschaftler. 
  • Aussagen von Schülern, Eltern, Ärzten und Therapeuten seien ebenfalls ignoriert worden.
  • Die Vertreter der Schulaufsicht hätten sich bei ihrer Inspektion grenzüberschreitend verhalten, ein Schüler sei zusammengebrochen. Dienstaufsichtsbeschwerden von Eltern seien nicht ernst genommen worden.
  • Die Schule sei ausschließlich nach Kriterien der Regelschulen begutachtet worden, das spezielle Konzept sei nicht berücksichtigt worden.

Immer mehr Privatschulen berichten von einem ähnlichen unangemessenen Verhalten der Oberbayrischen Schulbehörde.

Kontakt Pressearbeit

Petition 

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