Israelisch-deutscher Bildungsaustausch

Foto: Golanhöhen
Foto: Golanhöhen

Die Sudbury Schule Ammersee und ihre engen Beziehungen zu Israel

Die Sudbury Schule Ammersee wäre ohne ihre jahrelangen Beziehungen zu israelischen Vertretern von demokratischen und speziell von Sudbury-Schulen nicht denkbar! Israelische Experten haben bereits die Schulgründung begleitet und entscheidende Impulse gegeben und unterstützen die Entwicklung der Schule umso mehr seit ihrer Eröffnung durch ein kontinuierliches Coaching. 

Demokratische Schulen in Israel – ein Erfolgsmodell

In Israel sind demokratische Schulen, zu denen die Sudbury-Schulen gehören, etablierte Bildungseinrichtungen und nicht wegzudenken aus einer pluralistischen Bildungslandschaft. Weltweit ist Israel das Land mit den meisten demokratischen Schulen. Die Erfolge demokratischer Schulen haben unter anderem dazu geführt, dass Vertreter wie Yaacov Hecht (Gründer der demokratischen Schule von Hadera) die Regierung Israels beraten. Eine Studie im Auftrag der Regierung hat ergeben, dass die Sudbury Schule Jerusalem die friedlichste Schule in ganz Israel ist. Nach Einschätzung von Experten ist Israel Deutschland in Bezug auf demokratische Schulen um zwei Jahrzehnte voraus. (Link zu einer Präsentation der demokratischen Bildungsbewegung in Israel)

Israelisch-deutsche Bildungszusammenarbeit in der Gründungsphase:

Seit der Teilnahme der Münchner Schulgründer an der Internationalen Konferenz für demokratische Bildung in Tel Aviv 2010 haben sich enge Kontakte und Freundschaften zu israelischen Bildungsvertretern ergeben. In den folgenden Jahren war der Austausch kontinuierlich: 

Münchner Gründer besuchten die israelischen Schulen, um dort zu hospitieren und wichtige Erfahrungen zu sammeln, die sie später in die Sudbury Schule Ammersee einbringen konnten. 
Menachem Goren, Gründer der Sudbury Schule auf den Golanhöhen, kam nach München, um die Gruppe zu beraten.
Yaacov Hecht begleitete die Gründungsgruppe 2011 zu einem Termin ins Kultusministerium, bei dem er vor Vertretern der Regierung von Oberbayern und des Kultusministeriums seine Erfahrungen schilderte und sich für die Gründung der Sudbury Schule Ammersee einsetzte.
Noch während der Gründungsphase besiegelten die Sudbury Schule Ammersee und die Sudbury Schule auf den Golanhöhen ihre Schulpatenschaft.
Ramit Avidan, Bildungsexpertin aus Tel Aviv, trat dem wissenschaftlichen Beirat der Sudbury Schule Ammersee bei. 

Israelisch-deutsche Bildungszusammenarbeit seit der Schuleröffnung:

Das Sudbury-Modell ist ein Erfolgsmodell, allerdings nur, wenn das Konzept tatsächlich umgesetzt werden kann: Schüler reifen zu Persönlichkeiten heran und können ihr volles Potential ausschöpfen. Freude am eigenen Schaffen entsteht. Zur Entwicklung der Schüler gehören allerdings genauso Phasen der Langeweile und Orientierungslosigkeit. Sie zuzulassen, nicht zu bewerten und keinen Druck aufzubauen,  ist wichtiger Bestandteil des Konzepts. Der Übergang zur Selbstbestimmung kann viel Zeit in Anspruch nehmen. Diese Zeit ist ein Geschenk. Die Folge davon sind Authentizitat, innere Freiheit, Selbstvertrauen und die Fahigkeit, Verantwortung fur sich und die Gesellschaft zu übernehmen.

Aufgrund dieser Erkenntnisse setzten die Gründer der Sudbury Schule Ammersee von Beginn an auf einen kontinuierlichen Erfahrungsaustausch mit den Sudbury-Schulen weltweit, vor allem mit Israel.  Im Zuge dessen kam es neben dem Email-Austausch über Fachfragen und Treffen auf Konferenzen zu regelmäßigen Besuchen von Mitarbeitern und ehemaligen Schülern der Sudbury Schule Jerusalem an der Sudbury Schule Ammersee, im Zuge derer ein kontinuierliches Coaching stattfand. Ziel war und ist es, das Sudbury-Konzept an der Sudbury Schule Ammersee so gut wie möglich umzusetzen (Inhalte sind beispielsweise: Wie lassen sich die Strukturen von Schulversammlung und Justizkomitee optimieren? Wie erlangen Schüler das Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten? Wie unterstützt man Schüler auf ihrem Weg zu einer selbstbestimmten Bildung? …)

Die Sudbury Schule Ammersee profitiert von diesem Austausch enorm. Immer wieder bescheinigen auch die erfahrenen Kollegen aus Israel den Vertretern der Sudbury Schule Ammersee, dass sie bereits nach kurzer Zeit eine Sudbury-Kultur etabliert haben.

Für die Schüler sind dies intensive Prozesse, bei denen immer wieder Eigeninitiative und Verantwortung gefragt sind. Manche Ehemalige bezeichnen die Sudbury-Schulen deshalb als die „härtesten Schulen der Welt“. Es ist dieser Entwicklungsweg, der die Möglichkeit bietet, dass Schüler zu komplexen Persönlichkeiten heranwachsen, zu kreativen, querdenkenden, lebensbejahenden, unerschrockenen Erwachsenen.  Davon profitiert auch die Gesellschaft, in die die jungen Menschen ihre Fähigkeiten und ihr Demokratieverständnis mit einbringen, auch das ist in Israel deutlich vielfältig erkennbar.

Workshops für Flüchtlinge in Kooperation mit dem Israelischen Generalkonsulat

Erstmalig entsteht aktuell auch ein israelisch-deutsches Kooperationsprojekt außerhalb des schulischen Rahmens: Auf Anregung des israelischen Generalkonsuls Dr. Dan Shaham führt die Sudbury Schule Ammersee Workshops zu den Werten, Gremien und Abläufen der Demokratie durch. Die Workshops richten sich an unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Sie finden in Kooperation mit dem Israelischen Generalkonsulat, dem Landkreis Landsberg, dem SOS-Kinderdorf Dießen sowie Vertretern der Sudbury Schule Jerusalem statt. Die ersten Workshops sind im Juni gestartet.

Fazit: 

Die Sudbury Schule Ammersee ist glücklich und dankbar für diese intensiven Begegnungen mit israelischen Bildungsvertretern, den Erfahrungsgewinn und die Herzensverbindungen, die hier kontinuierlich weiter wachsen. 

Es wäre ein Gewinn für Bayern und Deutschland, wenn sich die demokratischen Schulen auch hierzulande als Teil einer pluralistischen Bildungslandschaft etablieren. Im Austausch mit Israel trägt die Sudbury Schule Ammersee gerne dazu bei.

Foto: Gründerin und Mitarbeiterin Monika Wernz
Gründerin und Mitarbeiterin Monika Wernz während einer Bildungsexkursion: Sudbury Schulen weltweit zu Besuch an der Partnerschaftsschule auf den Goldanhöhen.
Foto: Menachem Goren, Gründer unserer Partnerschaftsschule
Menachem Goren, Gründer unserer Partnerschaftsschule zu Besuch in den bayerischen Bergen
Foto: Ramit Avidan, Mitglied im wissenschaftlichen Beirat
Ramit Avidan, Mitglied im wissenschaftlichen Beirat, Forschungsarbeit/Fallstudie Demokratische Schulen in Deutschland an der Universität Tel Aviv.
Foto: Auftaktveranstaltung des Flüchtlingsworkshops
Auftaktveranstaltung des Flüchtlingsworkshops, Generalkonsul Dr. Dan Shaham, Shoshana und Naftali Sappir, Mitarbeiter der israelischen Sudbury Schule in Jerusalem, Thomas Eichinger, Landrat von Landsberg und Erich Schöpflin, Leiter SOS-Kinderdorf Dießen
Foto: Yaacov Hecht, Bildungspionier und Gründer der ersten demokratischen Schule in Israel
Yaacov Hecht, Bildungspionier und Gründer der ersten demokratischen Schule in Israel zu Besuch im Kultusministerium.
Foto: Yaredena Aptowitzer, längjährige Mitarbeiterin der Sudbury Schule Jerusalem
Yaredena Aptowitzer, längjährige Mitarbeiterin der Sudbury Schule Jerusalem. Sie unterstützte mehrere Wochen den Aufbau der Sudbury Schule Ammersee.
Absolventen der Sudbury Schule Jerusalem unterstützten im Aufbau. Katherine Leff besuchte zwei Wochen unsere Schule. Netanel Mayer war 3 Monate mit uns
Absolventen der Sudbury Schule Jerusalem unterstützten im Aufbau. Katherine Leff besuchte zwei Wochen unsere Schule. Netanel Mayer war 3 Monate bei uns.
Foto: Israelische Flagge
Israelische Flagge

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