Interview mit Sarah, Schülerin, 13 Jahre – 26. Juli 2016

Wenn ich zurückdenke, was mir die Sudbury Schule in den fast zwei Jahren gegeben hat, denke ich, dass sie mir sehr viel Selbstvertrauen gegeben hat, meine eigene Selbstsicherheit, der Umgang mit Menschen. Ich habe Respekt mit Menschen gelernt, ich habe gelernt meine innerlichen Stärken zu finden, mich selbst mehr zu finden.

Lernen bedeutet für mich, dass ich aus mir selbst heraus etwas machen möchte.

Bei mir ist es so, wenn mich jemand zwingen würde, macht es mir auch kein Spaß und ich mache es dann auch nicht gescheit . Lernen ist was tolles, wenn es freiwillig kommt.

Wenn ich was will, z.B. auch einen Abschluss, dann würde ich das auch machen und intensiv dafür lernen. 

Ich will erstmal herausfinden, was ich machen will, was ich dafür brauche und klar würde ich das dann auch machen, aber es ist doch erstmal wichtig herauszufinden, was man wirklich will. 

Alle sagen immer man braucht doch aber Schreiben, Lesen und Rechnen im Leben und ich sage dann immer: Ja wenn man das im Leben braucht, dann kann man das doch auch im Leben lernen. 

Ich lerne viele Deutsch und Mathe Sachen in der Schule. Ich muss immer wieder Schreiben in der Schule. Bei meinen Projekten, Anzeigen schreiben, Anträge... Z.B als ich Spenden gesammelt habe für die Frankreichreise und die Cocktailbar organisiert habe, da musste ich immer wieder ganz viel rechnen. 

Das lernt man dann so im Leben, weil man es braucht, man macht seine Sachen, kommt in Kontakt damit und lernt es.

Respekt bedeutet für mich, dass z.B. die Erwachsenen nicht die ganze Zeit Kinder herum kommandieren. Ich finde das respektlos.

Respekt ist auch zu lernen einen guten Umgang mit anderen zu haben.

Es bedeutet für mich,  dass es nicht O.K. ist wenn man Leute z.B. mobbt. 

Von diesen Sachen bekommt man oft in der Regelschule nicht viel mit. Hier an der Schule ist es gut, hier kann man Anzeigen schreiben und wir lernen respektvoll damit umzugehen.  

Ich fühle mich wahnsinnig wohl auf meiner Schule und das finde ich das Wichtigste.

Ich lerne hier die ganze Zeit etwas, ständig etwas Neues. Ich tue hier viel und lerne und fühle mich hier einfach wohl.

Ich mache hier auch viel mit den jüngeren Kindern, z. B. auch  Lernspiele, da lerne ich auch. Ich lerne hier die ganze Zeit. 

Verantwortung ist für mich, z. B. wenn ich eine Anzeige bekomme und dann auch eine Konsequenz, wenn man es dann zugibt, dass man Mist gebaut hat und die Konsequenz dann macht.  

Wenn ich meine Konsequenz z.B. nicht mache, dann übernehme ich nicht Verantwortung, da hab ich die Haltung, ach ist mir doch egal. 

Aber wenn ich Mist gebaut habe, die Konsequenz annehme, dann übernehme ich Verantwortung. 

Hier an der Schule hat jeder für sich selber Verantwortung, das heisst nicht, dass ich jetzt die Verantwortung an die Lehrer abgegeben kann.  

Auf der Regelschule hatte ich nie eine Verantwortung für mich selber und hab die Verantwortung immer an die anderen abgegeben, hier hab ich sie für mich selbst und das finde ich gut. 

Sarah, 13 Jahre

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