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"Wir lieben unsere Schule! Warum respektiert und versteht ihr nicht, dass wir hier lernen wollen?"

Die Regierung will die Sudbury Schule Ammersee schließen, zurzeit darf kein Schulbetrieb stattfinden! Bis zur Entscheidung des Verwaltungsgerichts brauchen wir dringend Unterstützung auf allen Ebenen:

Bitte helft mit, diese einzigartige Schule, die zwei Jahre erfolgreich selbstbestimmtes Lernen ermöglicht hat, für ihre Schüler zu erhalten.

Dazu brauchen wir Öffentlichkeit, kreative und vor allem finanzielle Unterstützung, um die Gehälter der Mitarbeiter, Miete und Gerichts- und Anwaltskosten zahlen zu können.

Nur mit Eurer Hilfe haben wir eine Chance dieses innovative Schulkonzept in Bayern weiter zu praktizieren.

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BIC:  SSKMDEMM

Stichwort: Rettet die Sudbury Schule

Bitte zeichnen: Petition an den Kultusminister

Petition für Sudbury bei WE ACT!
Ein Unterstützer hat für uns eine Petition gestartet, die Sie hier unterzeichnen können, Danke!

Fragen und Antworten zur Situation

Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen zum aktuellen Geschehen.

FAQ's
Wie geht es den Schülern?

Die Situation ist für die ganze Schulgemeinschaft sehr belastend. Eine Schülerin sagt: „Wir lieben unsere Schule. Warum versteht ihr nicht, dass wir hier lernen wollen?“ Zwei weitere Schüler haben auf ein Plakat geschrieben: „Die Schule unserer Wahl wird geschlossen... Demokratie?“

Wieso hat die Regierung der Sudbury Schule Ammersee erst einen Tag vor Ferienbeginn mitgeteilt, dass sie die Schule nicht weitergenehmigt? Hat die Schule hier Fristen versäumt?

Nein!
Der Antrag auf Weitergenehmigung wurde fristgerecht bis zum 31.03.2016 gestellt. Die Regierung hat zum spätestmöglichen Termin reagiert, der Schule blieb keinerlei Spielraum.

Auch das Verwaltungsgericht hat erst unmittelbar vor Schulbeginn entschieden, der Schule keinen vorläufigen Rechtsschutz zu gewähren. Wie ist das zu bewerten?

Für uns war dies ein Schock! Die ganzen Ferien über hatten wir uns bereitgehalten, zu einer eventuellen Anhörung geladen zu werden. Dass dann plötzlich eine so schwerwiegende Entscheidung aufgrund der Aktenlage getroffen wurde, hätten wir uns nie vorstellen können. Wir waren uns sicher, dass man uns zumindest anhört, bevor man eine ganze Schulgemeinschaft auseinanderreißt.
Die Nachricht erreichte uns einen Tag vor Schuleröffnung. Noch am gleichen Tag forderte uns die Regierung auf, bis 17 Uhr mitzuteilen, an welchen Schulen die Kinder nun angemeldet sind. Auch wurde uns bereits am ersten Tag ein Bußgeld von 10 000 € angedroht, sollten wir die Schule wieder aufmachen. Da wird mit einer unglaublichen Härte vorgegangen. Unterstützer und Experten aus ganz Bayern haben uns versichert, dass sie so etwas noch nie erlebt haben.

Die Vertreter der Regierung behaupten, dass die Schule Auflagen nicht eingehalten haben und Bildungsstandards nicht erreicht würden. Stimmt das?

Nein!
Die Schule hat sich an sämtliche Auflagen gehalten. Laut Genehmigungsbescheid muss sie nachweisen, dass sie in Bezug auf das Erreichen der bayrischen Bildungsstandards nicht hinter den öffentlichen Schulen zurückbleibt. Dies wurde von Seiten der Schule für die Behörden ausführlich dargestellt und belegt:
 
1. haben wir detaillierte Berichte über die Lerninhalte und Lernfortschritte jedes einzelnen Schülers abgegeben. Von der Regierung waren hier immer wieder neue Forderungen gekommen, bis aber auch sie schließlich erklärt hatte, dass die Berichte formal wie inhaltlich ausreichend sind! Schriftliche Aussagen hierzu liegen vor. Aus den Berichten geht klar hervor, wie und welche Bildungsstandards durch selbstbestimmtes Lernen z.B. bei Lernverabredungen, durch informelles Lernen, vielfältige Projekte, Spielen, Teilnahme an demokratischen Prozessen oder Kommunikation erreicht werden. 


Betonen möchten wir, dass diese Art der Dokumentation für uns ein Kompromiss ist, den wir eingegangen sind. Wir haben den Behörden ausführlich dargelegt, wie und was alles an unserer Schule gelernt wird. Das ursprüngliche Sudbury-Konzept sieht keine Dokumentation und Beurteilungen von außen vor, es sei denn, die Schüler wünschen dies ausdrücklich. Wir respektieren die Privatsphäre der Schüler. Mit Genehmigung durch die Schüler (SV) erstellten wir die individuellen Berichte für die Behörden. 

Prinzipiell sehen wir, dass Lernen immer und überall stattfindet und eine Vielzahl von Lernprozessen von außen nicht einmal sichtbar ist. Beispielsweise konnte einer unserer Schüler plötzlich lesen, obwohl er dies nicht aktiv geübt hatte.
Das Sudbury-Konzept vertraut darauf, dass die Schüler alle Fertigkeiten erlernen, die wichtig sind, um in unserer Gesellschaft Erfolg zu haben. Lesen, Schreiben, Rechnen und viele andere Dinge gehören dazu.

 

2. hat sich die Sudbury Schule Ammersee wissenschaftlich begleiten lassen - auch dies war Bestandteil der Genehmigung. In den Berichten der Wissenschaftlerin wird sehr konkret auf das Erreichen von Bildungsstandards eingegangen. Sie zeigt auf, wie die Bildungsstandards im alltäglichen Leben erreicht werden und erreicht werden können. 


3. haben sich schon zwei Schülerinnen bei uns auf ihren Abschluss (Quali) vorbereitet und ihn auch erfolgreich an der Partnerschule in Rott abgelegt.


4. gibt es sogar Schüler, die an der Sudbury Schule sehr viel leistungsfähiger sind, als an ihrer alten Schule. Manche sehen sich überhaupt erst wieder in der Lage, die Schule zu besuchen, nachdem es ihnen an ihrer vorherigen Schule aus unterschiedlichen Gründen schlecht ging, sie teilweise in psychologischer Behandlung waren. Auch begannen z.B. Schüler mit Diagnose "Legasthenie" und Lernblockaden, sich freiwillig wieder mit Lesen und Schreiben zu beschäftigen. 

Für uns ist aber auch nicht stimmig, wenn Schule ständig auf das Lernen von Bildungsstandards reduziert wird. Für uns geht es bei Schule um viel mehr: um echte Selbst- und Mitbestimmungsrechte, um menschliches Wachsen und Gemeinschaft.

 

Muss sich die Regierung denn auch an Auflagen halten?

Die Sudbury Schule Ammersee konnte nur genehmigt werden, weil hier ein besonderes pädagogisches Interesse vorliegt. Die Regierung als Schulaufsichtsbehörde wäre in der Verantwortung gewesen zu überprüfen, ob die Schule dieses einhält. Dies ist nicht passiert.

Wichtige Aspekte des besonderen pädagogischen Interesses:
1. Demokratie als soziale Lebensform ( konsequent demokratische Strukturen, gleichberechtigte Teilhabe aller Schulmitglieder an der Entscheidungsfindung und allen Angelegenheiten die Schule betreffend, Schulversammlung als höchstes Organ)
2. Konsequente Selbstbestimmung und selbstbestimmtes Lernen 
3. konsequente Altersmischung aller „Jahrgangsstufen"
 
Hier hätte die Regierung Fragen wie diesen nachgehen müssen:

- Haben die Schüler wirklich ein gleichberechtigtes Stimmrecht bei allen
Entscheidungsfindungen? 
Entscheiden die Schüler wirklich über ihre Lerninhalte und Ziele, über Formen und Wege? 
Wie profitieren die Schüler in einer altersgemischten Umgebung voneinander, auch in Bezug auf die Bildungsstandards?

Wie finden Wahlen statt? Delegiert die Schulversammlung Aufgaben und verteilt Verantwortlichkeiten?  
Wie werden die Schüler von den Mitarbeitern unterstützt? Wie ist die Beziehung zwischen Schülern und Mitarbeitern?
Fördert die Schule all die sozialen Kompetenzen wie Teamfähigkeiten, Respekt, Solidarität, Toleranz, Konfliktlösungsfähigkeit?
Ist der Raum für intrinsisches wie informelles lernen gegeben und wird dieses unterstützt?

Keiner dieser Fragestellungen gingen die Regierungsvertreter nach. 

Was sagt das Kultusministerium zu der ganzen Sache?


Unser Ansprechpartner im Kultusministerium war bislang sehr aufgeschlossen. Im Vorfeld der Schuleröffnung vor zwei Jahren hatte es ein Treffen im KuMi gemeinsam mit Regierungsvertretern, Vertretern der Schule und dem israelischen Experten für demokratische Bildung, Yaacov Hecht gegeben, den die Schulvertreter hierfür eigens aus Israel eingeladen hatten. Das Treffen war sehr konstruktiv und sowohl die Vertreter des Kultusministeriums als auch der Regierung waren damals sehr interessiert. Auch jetzt noch, nach Schließung der Schule, wurde Andreas Ofenbach, Sprecher des Kultusministeriums, im Bayrischen Rundfunk mit den Worten zitiert, man habe die Schule immer als Bereicherung gesehen.
Aktuell ist das Kultusministerium zurückhaltend. Deshalb hier nochmal unsere Bitte, die wir bereits bei der Demo vor dem KuMi geäußert hatten: „Sehr geehrter Herr Butz, sehr geehrter Herr Ofenbeck, bitten setzen Sie sich für uns ein!“

Wie konnte es überhaupt zu dieser Eskalation kommen?

Die Schulgründer hatten unglaublich viel Zeit und Energie darauf verwendet, in Bayern überhaupt eine Sudbury Schule eröffnen zu können. Vom Zeitpunkt der Vereinsgründung bis zur Eröffnung der Schule sind neun Jahre (!) vergangen, in denen viel Öffentlichkeitsarbeit gemacht wurde und auch die Kontakte zu den Regierungsvertretern gepflegt wurden.
Nachdem die Schule eröffnet hatte, herrschte noch Offenheit in der Regierung. Wie schon im Vorfeld schlugen die Schulgründer immer wieder Brücken und luden nationale wie internationale Vermittler ein. Darunter die Professoren Ulrich Klemm und Gregor Lang-Wojtasik sowie der britische Experte für demokratische Bildung, Derry Hannam. Nachdem es hier von Seiten der Regierung anfangs eine Bereitschaft zur Kooperation gab, änderte sich dieses gegen Ende des ersten Schuljahres. Was zu diesem Zeitpunkt passiert ist, ist nach außen unklar. Mag sein, dass die Regierungsvertreter der Mut verließ. Auch ein Sachbearbeiterwechsel spielt hier sicher eine große Rolle!
Die Regierung hat damals den Ton verschärft und es kam zu dem in der Pressemitteilung bereits geschilderten Schulbesuch, bei dem sich jener Vertreter völlig übergriffig und vorurteilsbehaftet verhalten hat. Es fielen Äußerungen wie „Woanders lernst du doch besser!“ und „Das war doch kein richtiger Unterricht!“ Ein Schüler brach aufgrund der Befragung sogar zusammen. Wir sahen uns nun gezwungen, vor der bisherigen Linie des Brückenbauens und Kompromisse-Schließens abzuweichen. Zum Schutz der Kinder handelten wir und erteilten ein Hausverbot für den betreffenden Mitarbeiter.
Den Schulvertretern war klar, dass dies ein einschneidender Moment war. Eltern schrieben an die 15 Dienstaufsichtsbeschwerden, die allerdings alle von der betreffenden Abteilung und ausdrücklich von den betreffenden Personen selbst beantwortet wurden!

Warum hat die Schule Tests abgelehnt?

Unmittelbar, nachdem wir als Schule dem Regierungsvertreter das Hausverbot erteilt hatten und nachdem die Dienstaufsichtsbeschwerden rausgegangen waren, erreichte uns die Forderung, dass wir die Schüler testen lassen sollen! 

Festzustellen ist: Das Konzept sieht keine Testungen vor. Dennoch ist die Schulgemeinschaft nicht prinzipiell gegen Testungen. In einer vertrauensvollen Atmosphäre hätten wir uns vorstellen können, dass Schüler hier freiwillig teilnehmen. Im aktuellen Zusammenhang waren die Tests jedoch eindeutig als Replik auf das Hausverbot zu sehen. Die Schulgemeinschaft hatte nicht das Vertrauen, dass hier fair mit den Schülern umgegangen würde. Zu diesem Zeitpunkt noch haben die Schul-Vertreter übrigens erneut vorgeschlagen, Derry Hannam, Schulinspektor aus England mit viel Erfahrung mit demokratischen Schulen, zum Gespräch und begleitend zu Schulbesuchen einzuladen. Hierauf wurde nicht eingegangen.

Wie geht es jetzt weiter mit dem Gerichtsverfahren?

Nachdem die Regierung den Antrag auf Weitergenehmigung der Sudbury Schule Ammersee abgelehnt hatte, hat der juristische Vertreter der Schule Widerspruch eingelegt und außerdem einen Antrag auf vorläufigen Rechtsschutz gestellt, mit dem Ziel, dass die Schule den Betrieb bis zum Hauptverfahren aufrecht erhalten kann. Dieser Antrag auf vorläufigen Rechtsschutz ist nun vom Verwaltungsgericht abgelehnt worden. Das Hauptverfahren allerdings steht noch aus.
Auch gegen die Ablehnung des Antrags auf vorläufigen Rechtsschutz wurde bereits Beschwerde eingereicht, die innerhalb eines Monats begründet werden muss. Anschließend bekommt die Gegenseite Gelegenheit zu einer Stellungnahme. Die Beschwerde wird vom Verwaltungsgerichtshof behandelt. Nach Einschätzung unseres Anwalts kann frühestens im November über diese Beschwerde entschieden werden. Das Hauptverfahren wird erst danach stattfinden, einen Termin hierfür gibt es noch nicht.

Was passiert aktuell?

Wir geben nicht auf! Täglich findet eine Mahnwache um 18.30 Uhr an der Schule statt. Am Feuer kommen die Schulgemeinschaft sowie Unterstützer und Medienvertreter zusammen. Unglaublich ist, welche Unterstützung von allen Seiten kommt: Filmemacher, Professoren, Bildungsexperten, Politiker, Freunde und Visionäre setzen sich mit uns für die Sudbury Schule Ammersee ein. Sie unterstützen mit Petitionen, Experten, Kontakten, aktivieren ihre Netzwerke.
Unser Ziel wäre es, möglichst schnell mit Vertretern der Regierung, des Kultusministeriums, Unterstützern und politischen Entscheidern zusammenzukommen – und so bald wie möglich die Schule wieder eröffnen zu können.

Weitere Informationen unter Aktuelles

Wieso kann Bayern von der Sudbury Schule Ammersee profitieren?

Wir gehen seit Jahren für Vielfalt in der Bildung. Die Sudbury Schule Ammersee möchte einen Beitrag in dieser pluralistischen Bildungslandschaft leisten.
Das selbstbestimmte, demokratische Lernen, wie es hier gelebt wird, wird an unserer Mutterschule, der Sudbury Valley School, seit 50 Jahren mit Erfolg praktiziert, auch in anderen Ländern wie Israel und Frankreich boomen Sudbury-Schulen und finden große Beachtung.
Sudbury-Schüler lernen, in einer demokratischen Gesellschaft zu leben, respektvoll und tolerant miteinander umzugehen, demokratische Werkzeuge zu nutzen. Sie lernen sich selbst kennen, sind kreativ, finden Lösungen, übernehmen Verantwortung – alles, was in dieser Zeit so dringend gebraucht wird.
Und: Aus einer Studie der Sudbury Valley School ging hervor, dass fast alle Absolventen mit ihrem Leben zufrieden sind. Wer würde sich dies nicht für sein Kind wünschen?

" Zum Wohle der Kinder …" ?!?

Eine Vertreterin der Bayerischen Staatsregierung begründete den Entschluss der Regierung, die Sudbury-Schule-Ammersee schließen zu wollen, unter Anderem auch damit, dass es "… zum Wohle der Kinder …" sei.

Ab heute sammeln wir hier Erfahrungsberichte von Eltern und Schülern, wie sie die Sudbury Schule Ammersee erlebt haben und Erfahrungsberichte, wie sich die momentane Schließung ihrer Schule auf sie auswirkt.

Ulrich Hergert, 26.09.2016

 

Heute ist Montag, der 26.09.2016

Gerade kommt unsere Tochter von ihrem „ersten“ Schultag an der zuständigen Mittelschule nach Hause. Sie hatte gestern Nacht spontan entschieden, dass sie diese Woche zur Probe auf die hiesige Schule gehen möchte. Nächste Woche evtl. zur Probe auf die zuständige Realschule.

Nach vier Stunden Unterricht steht sie wieder in der Tür und berichtet davon, dass sie sich in dieser Schule hoffnungslos unterfordert fühlt. „Englisch is voll easy und GSE auch“. Ihr kommt es so vor, als ob sie wesentlich mehr könne, als die anderen Schüler dieser Klasse. Sie wurde nicht vorgestellt, lediglich vom Lehrer nach ihrem Namen gefragt. Es gab keine Zeit zum Kennenlernen, stattdessen musste sofort UNTER-RICHTET werden, angefangen mit einem Vokabeltest!

Wie soll Integration funktionieren, wenn die Zeit angeblich nichtmal dafür ausreicht, Neuzugänge während des Schuljahres in die Klasse einzubinden?
Welche Wertigkeit drängt sich diesen Schülern auf, wenn sie doch nur aus Verwaltungsgründen in eine Klasse gesetzt werden?
Wo bleibt der Respekt, den sich die Behörden von uns allen erwarten?

Am liebsten würde unsere Tochter wieder auf die Realschule gehen. Aber das ist – zumindest in ihrer Jahrgangsstufe – ohne Aufnahmeprüfung nicht möglich. Und die Prüfungen sind bereits gelaufen – so die Aussage der Schulleitung.
Fassen wir zusammen.

Die Regierung von Oberbayern schließt die Sudburyschule Ammersee. Nach geltendem Recht sind die Eltern verpflichtet ihre Kinder auf die Schule zu schicken (Schulpflicht). Die Schule, die zur Aufnahme der Schüler verpflichtet ist, kann keine adäquate Ausbildung anbieten, das Nievau ist einfach viel zu niedrig und unsere Tochter ist absolut unterfordert. Die Schule, die für ihren Wunsch nach Bildung das entsprechende Alters- und Lernniveau anböte, darf sie nicht in ihrer Klasse besuchen, weil sie eine Aufnahmeprüfung Anfang September hätte bestehen müssen. Sie muss dort jetzt die vorherige Klasse wiederholen und ist dadurch deutlich die Älteste.

Der Freistaat verhindert damit aktiv eine adäquate Ausbildung und Beschulung seiner Kinder und stellt uns Eltern an den Rande der Kriminalität, weil wir derzeit keine vernünftige, kindgerechte, freie oder gar selbstbestimmte Alternative zum weltweit etablierten und hervorragend funktionierenden Sudburyschulsystem sehen!!!
Die eigentliche Katastrophe ist aber das Unwohlsein unsere Kinder, die in dieser verrückten Situation von äußeren Kräften hin und hergezogen werden!

Wo ist die Regierung hier um das Wohlergehen der Kinder bemüht?
Woran lässt sich an der Sudburyschule ablesen, dass Lernziele gleichwertiger staatlicher Schulen angeblich nicht erreicht wurden?
Wem schadet es, wenn Kinder frei, demokratisch, selbstbestimmt, aktiv, selbstbewusst und selbstverantwortlich aufwachsen?

Ulrich Hergert

Sudbury Schule Ammersee

Über die Schule

 „Eine freie-demokratische Schule ist zuallererst ein Ort, an dem Kinder sich gut aufgehoben und frei fühlen.“ 

Absolventin einer Sudbury Schule

 

Seit rund 50 Jahren gibt es Sudbury-Schulen auf der ganzen Welt. Neben der freien Selbstentfaltung wird den Schülern ermöglicht, ihre Lernumgebung auf demokratische Weise zu gestalten. Vertrauen, Freiheit, Verantwortung und Respekt stehen im Mittelpunkt dieser Schulen.

 

Die Sudbury Schule Ammersee stellt eine Chance dar, mit Mut neue Wege einzuschlagen und dabei die Bedürfnisse des Menschen in den Mittelpunkt zu stellen.